ROCK HARD FESTIVAL 2016

Location: Amphitheater, Gelsenkirchen

am: 13.05. – 15.05.2016

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Die Wetterprognosen im Vorfeld waren für Mitte Mai alles andere als Open Air tauglich – so hatten sich neben den 22 bands leider auch Regen, Kälte und Wind angesagt.
SULPHUR AEON war das mal ziemlich Latte – das Death metal Abrisskommando aus…. legte dann auch pünktlich als erste Truppe des Wochenendes los und verjagte mit seinem Breitwandsound die sich unheilvoll auftürmenden Wolkenmassen.

Die darauf Folgenden YEAR OF THE GOAT liessen es dann eher doomig/psychedelischer und naturgemäss etwas entspannter angehen. Was als eine “der besten Okkult Bands” angekündigt wurde, entpuppte sich schon nach kurzert Zeit als relativ behäbige und eher austauschbare Veranstaltung.
Auch bei SATAN war das Rund des Amphiteather alles andere als vollbesetzt – am Wetter lags schonmal nicht, das war nämlich (noch) sonnig. Die Herren um Brian Ross der ja auch noch bei Blitzkrieg am Mikro aktiv ist sind dann doch eher was für NWOBHM-Kenner. Durchaus solide der Auftritt, aber mehr auch nicht.
Ein ganz anderes Bild ergab sich dann bei TANKARD. Die Bembel Thrasher waren ja schon vor einigen Jahren zu Gast in Gelsenkirchen. Shouter Gerre hat im Gegensatz zu damals etliche Kilos weniger um die Hüften, was sich sofort in seinem mehr als agilen Satgeacting bemerkbar macht. das geburtstagskind und seine Mannen grinsen von einer Backe und lassen mal wieder nix anbrennen – wer Songs vom kaliber “Zombie Attack” oder “Chemical Invasion” in Petto hat, kann sowieso nichts falsch machen.

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Destruction stehen/standen ja schon immer etwas im Schatten von Kreator und Sodom, die letzten Veröffentlichung waren jetzt auch nich wirklich die Offenbarung, diesmal hatte man aber einen wirklich guten Tag erwischt, zudem gibt es noch eine spezialle “Mad Butcher” Show mit diversen Einlagen. Schmier und Konsorten zocken in Höchstform Nummern wie „Curse the Gods“, „Mad Butcher“, „Total Desaster“ oder „Bestial Invasion“ und diverse Gastmusiker wie Andy Brings oder Tom Angelripper sind bei einigen Nummern auch noch am Start.

 

 

 

 

 

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Als Nachschlag für den Thrash-Freitag gibts natürlich SODOM obendrauf – das letzte Mal lies man sich vor 10 jahren blicken, wirkt allerdings Anno 2016 wesentlich fitter und technisch versierter. „Outbreak of Evil“, „The Saw is the Law“, „Nuclear Winter“, „M-16“, „Sacred Warpath“ noch Fragen?

 

 

 

 

 

 

 

Die ersten beiden Truppen des Samstages hab ich aufgrund des üblichen Anreise und Bahnchaos dann mal verpasst. Esrt zu TRIBULATION hab ichs dann geschafft – aber auch nur die letzten beiden Songs mitbekommen.
Eigentlich viel zu früh im Billing gibts dann die Hopefuls GRAND MAGUS. Zwar kann das aktuelle Scheibchen an den Vorgänger “Triumph an Power” qualitativ nicht 100% anknüpfen, an der Livefront gehört das Trio aber eindeutig zur internationalen Elite.

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Eine dicke Überraschung gabs schon im Vorfeld mit der Verpflichtung in Form von THE EXPLOITED . In der Vergangenheit war man ja immer für diverse stilistische Experimente im Line Up zu haben – auch diesmal ist das Experiment gut angenommen worden.
Zeit für Retro Sound KADAVAR aus Berlin sind zwar nur zu Dritt, haben im Gegensatz zu The Exploited einen Aktionsradios von 2 Bierdeckeln, machen aber alles mit ihrer unglaublichen Präsenz, coolen Ansagen ala „Habt ihr dieses Wochenende schon getanzt? Ihr habt nur gesoffen, oder? Dann tanzt jetzt mal“ Und den Songs Ihres aktuellen Langdrehers “Berlin” wieder wett.
Es folgte das eigentliche Hightlight des Festivals. Metal Church in reformierter Besetzung mit Ur-Sänger Mike Howe. Trotz des Regenwetters ist die Stimmung prächtig – klar Metal Church hatten in den 1990ern und 2000ern nicht gerade Ihre Blütezeit, doch davon ist nix zu merken gemessen an den Publikumsreationen.

 

 

Das Stimmungslevel halten können dann TURBONEGO natürlich locker, obwohl man aus einem ganz anderen Holz geschnitzt ist als die doch eher solide und allürenlos aufspielenden Amis – oder gerade deswegen? Turbonegro sind nun mal die totalen Partyanimals, was sich nicht zuletzt in den äusserst spassigen Ansagen und natürlich den üblichen Gassenhauern ala “All my frieds are dead” oder “I got Errection” niederschlägt. Trotz Temperaturen von knapp über 10 Grad ist Party Pur angesagt.

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Den Hessen von DISCREATION obliegt dann am 3. und letzten Tag die dankbare Aufgabe durchgefrohrenen Mosher wieder warmzubekommen, was den Deathern auch zweifellos gelingt. Es regnet ein letztes Mal.
Die Schweden BLACK TRIP mit ihrem soliden Hardrock der offensichtlich von Thin Lizzy beeinflusst ist kriegen dann auch die letzten müden Fans wach.
Die Franzosen NIGHTINGALE um Produzenten-Legende Dan Swäno konnten ebenso mit ihrem progressiven Metal der Extraklasse überzeugen. Man hat sich in den letzten jahren sowohl Plattentechnisch als auch an der Live Front etwas rar gemacht, sodas der Publikumszuspruch erwartungsgemäss etwas verhalten ausfällt.
Ganz anders dann bei ORDEN ORGAN, die zu den fleissigsten heimischen Kapellen auf dem Live Sektor gehören. Mit gewohnt guter Laune und frischzusammengetackerten Bühnenklamotten feuert man bereits zum 3. mal diverse Power Metal Schmankerl ins Rund des Amphitheaters.

 

Von vielen heiss erwartet gehts dann mit MOONSPELL weiter. Die Portugiesen ziehen alle Register Ihres Könnens, haben natürlich auch wieder alle Kracher von “Alma Mater” bis “Vampiria” im Gepäck, aber ähnlich wie bei Paradise lost vor ein paar Jahren wirkt der düstere Sound bei Tageslicht irgendwie nicht.

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Neben Metalchurch gabs mit RIOT eine weiter Us Metal Legende zu bestaunen. War ganz solide mehr aber auch nicht.
CANNIBAL CORPSE haben faktisch einen guten Tag erwischt. Spieltechnisch ist alles im grünen Bereich, aber der Auftritt wirkt leider komplett maschinell und Seelenlos. Klar natürlich ist man technisch den meisten Bands an den Instrumenten und was das Timing angeht klar überlegen, aber man hat das Gefühl im Grunde eine Stunde lang den selben song zu hören.

 

 

 

 

 

Es gibt kaum eine Band auf die derLove it or Hate it Stempel mehr zutrifft wie auf BLIND GUARDIAN – war es bei den Kannibalen eine halbe Stunde vorher schon brechend voll, platzt das Amphiteater jetzt endgültig aus allen Nähten – folgich kann man auch von veranstalterseite aus auch jetzt Ausverkauft vermelden. „Guardian! Guardian!“-Sprechchöre gibts direkt beim Opener zu hören und die Crowdsurfer und Diver Dichte ist ganz klar die höchste des gesamten Wochenendes. Das hohe Energielevel der ersten 3 – 4 Nummern kann man die ganzen 110 Minuten locker halten. Ob Gänsehautmitsingen bei “Nightfall” oder Circlepitextase bei “Mirror Mirror” – für jeden ist etwas dabei und so entlässt man die Meute mit der Überraschungszugab “Majesty” in die kühle aber trockene Nacht.

Mehr Fotos auf : https://www.facebook.com/pg/SebastianFreitagPhotographer/photos/?tab=album&album_id=966750936779375

 

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