Rock Hard Festival 2018 Tag 1

Im Gegensatz zu der zähen Einlassprozedur der letzten zwei Jahre, läufts dieses jahr wesentlich flotter, das Wetter ist perfekt, also beste Vorraussetztungen für mein gediegenes Festivalwochendene.

Dieses Wochenende wird dann auch vom Osnabrückere Death Metal Kommando DAWN OF DISEASE eröffnet – beim fulminatnten Schädel-Ab Sound und dem ersten Bier ist die lange Woche schnell vergessen.

Heimspiel für die Gelsenkirchener ATTIC, die schon länger über den Status Geheimtipp hinaus sind. Mit Ihrem frischen, an King Diamond errinernden Sound können sie für die ersten Dauermattenschüttler in den ersten Reihen sorgen.

Dücsterrock mit originellen psychedelischen Einsprengseln gibts von den Holländern DOOL. Die 3 herren um die Frontsängerin können sofort einge auf Ihre Seite ziehen – für mich der Gewinner des Tages.
DIAMOND HEAD sind trotz Ihrer von Metallica gecoverten, wohl jedem bekannten Nummern bis dato völlig an mir vorbeigegangen. Man hat aktuell bereits 40 jahre auf dem Buckel, klingt trotzdem zu keiner minute altbacken.

Auf TIAMAT hatte ich mich wirklich gefreut, wurde aber leider enttäuscht. Klar, man bot einene tollen Querschnitt aus den Clouds und Wildhoney Grosstaten, doch im Vergleich zu den 90ern war das alles ziemlich Seelenlos, statisch und irgendwie traurig. Wo damals noch ein inspirierter Johan Edlund mit Feuer in den Augen zu Werke ging, steht heute leider nur noch eine traurige Gestalt die Ihr Programm mal soeben runterspult.

Keine Ahnung wie oft SODOM jetzt schon in Gelsenkirchen waren – ich meine 2018 ist das 4. mal das Tom und Co. uns beehren. Nach dem grossen Knall in Sachen Bestzungswechsel präsentiert man sich Anno 2018 nunmehr als Quartett, was dem Sound und auch der Bühnenshow verdammt guttut. Klar – Toms geschasste Sidekicks waren alles andere als langweilig oder uninspiriert, mit der neuen Mannschaft wirkt aber alles nochmal ne Ganze Ecke spritziger und fordender. Kann gerne noch länger so weiter gehen!

Tag 2

Die Deutschen Thrasher von TRAITOR habe ich aus Verkehrschaosgründen leider nicht in Augenschein nehmen können.

Dafür war ich aber dann bei NOCTURNAL RITES zur Stelle. Die Herren hatte ich irgendwie immer unter dem Label Death Metal abgeheftet – warum auch immer. Umso überrascht war ich vom sehr ansprechenden Power Metal den es da zu hören gab.

Der NEW ROSES Frontman Timmy Rough sieht aus wie der kleine Bruder von MONSTERMAGNET Chef Wyndorf – musikalisch ist man auch gar nicht soweit weg. Im Gegensatz zu den Amis würzt man seinen Breitbeinigen Rock allerdings mit einer fetten Prise AC/DC. Sehr ansprechend.

LEATHERWOLF sind mir jetzt abgesehen von ihrem 89er Werk “Street Ready” kein Begriff. Auch hier gibts veritablen Powermetal mit NWOBM Einschalg auf die Ohren, nix weltbewegendes, aber in Verbindung mit der Mittagssonne und einem kalten Pils geht das in Ornung.
CIRITH UNGOL sind Kult. Aber wie das sooft bei Kult Bands ist – nicht jeder kennt sie – mir sind die Herren auch nur vom Hörensagen ein Begriff. Aktuell hatt man sich mit den beiden NIGHT DEMON Saitenhexern verstärkt, die den Altersdurchschnitt auf der Bühne massiv drücken, aber dafür Spass hoch Zehn haben.

MARDUK sind ähnlich wie Cannibal Corpse nicht gerade meine Lieblingslive Truppen. Was auf Konserve im heimischen Wohnzimmer durchaus seinen Reiz hat, wird auf der Bühne nach 10 Minuten schnell öde. Klar, die Mucke ist Brutal, die Crowls sind deep, aber alles wirkt irgendwie ne Ecke zu mechanisch und abgespult.

Die Band des tages sind für mich ganz klar AXEL RUDI PELL. Die band um den Bochumer Gitarrenvirtuosen kann man spieltechnisch als die mit Abstand beste des ganzen Wochenedes Bezeichnen. Am meisten begeistert mich Sänger Jonny Gioeli, der US Amerikaner rennt und singt um sein Leben – bemerkenswert das er auch nach 20 Jahren in der band derart frisch und mitreissend agiert.
Auch die New Yorker OVERKILL gehören irgendwie zum Rock Hard Festival wie der alljährliche Regenguss, der bis Dato ausgeblieben ist. Auch im 38.! Jahr ihres Bestens sind nicht die geringsten Verschleisserscheinungen zu bemerken. Overkill können einfach kein schlechtes Konzert spielen. Hier stimmt einfach alles – ein mehr als würdiger Headliner!

Tag 3

THUNDERMOTHER eröffnen den 3. und letzten tag des Festivals. Zu früher Mittagsstunde ist das Rund des Amphitheaters schon gut gefüllt. Alle die noch im Zelt liegen verpassen einen ernergiegeladenen Auftritt der 4 Damen die mit Ihrem an AC/DC erinnernden Sound nix aber auch gar nix anbrennen lassen.
Warum man MEMORIAM einen deart frühen Slot im Billing verpasst hat verstehe ich in Anbetracht des Status den Karl Willets innehat nicht wirklich. der Vierer aus Birmingham geht zwar engagiert zur Sache, erreicht aber zu keiner Sekunde die unmenschliche Power und Intensität der mächtigen Bolt Thrower. Zu vorhersehbar und altbacken sind dann auch die Songs.

Ein komplett anderes Bild gaben dann NIGHT DEMON ab. Das kalifornische Trio war bereits 2017 am Start, durch den verspäteten einlass seinerezeit musste man damals allerdings vor fast leeren Rängen spielen. Also gab es vom veranstalter für 2018 eine zweite Chance die zu jeder Sekunde genutzt wurde.

Der zweite Gitarrenvirtuose in Gestalt von ULI JON ROTH betritt dann am frühen Nachmittag die Bühne. Auch mit seinbem Material bin ich mal abgesehen von den ollen Scorpions Kamellen mal so gar nicht vertraut – das was es da auf die Ohren gab, war aber in Ordnung, nur leider ein ziemlicher Stimmungsabfall angesichts des Feuerwerks das Night Demon noch kurz vorher entfacht hatten.

Mit den legendären CORONER gibts dann wieder ne ganze Schippe mehr an Härte auf die Ohren. Engagiert, aber auch irgendwie lngweilig geht man zu Werke. ansagen sind bis auf das obligatorische “Schön hier zu sein” eher mangelware.

Auf die BACKJARD BABIES hatte ich mich tatsächlich gefreut – wurde aber auch hier enttäuscht. Klar gabs was fürs Auge, aber der eher punkige Sound wird leider nach der 3 Nummer irgendwie langweilig. ist vielleicht doch eher ne Band für nen kleinen Club als für ein Festival in praller Nachmitagssonne.

Im Gegensatz dazu liefern ARMORED SAINT – und wie. Genauso wie Overkill sind auch die 5 Kalifornier immer noch taufrisch wie am ersten Tag. Auf der Bühne ist ordentlich was los, und John Bush hat eh nie einen schlechten tag. Und wenn man dann noch Klassiker wie “Saints will conquer” raushaut kann eh nix schiefgehen.

Über die Livequalitätetn der legendären SAXON zu schreiben ist wie das vielzitierte Tragen der Eulen nach Athen. Und auch die 5 Briten liefern genau das ab was die Meute von Ihnen erwartet. Eigentlich könnte man sich in Anbetracht der vielen Klassiker gemütlich hinstellen und einfach mal das Set abspulen, doch das ist für Biff und Co. natürlich unter aller Würde. Direkt von der ersten Sekunde an gibts einen brutalen Moshpit vor der Bühne, der sich binnen Minuten bis in den letzten Winkel der arena forsetzt. ein mehr als würdiger Headliner.

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